24.10.2011

           

Hauptübung am 22. Oktober 2011

bei der Fa. Vela

 

 
Unsere diesjährige Hauptübung fand auf dem Gelände der Fa. Vela in der Zabergäustrasse statt.

Die Übungsannahme war, dass beim Abladen einer Mulde zwischen den zwei Gebäuden unter einem Holzdach der LKW in Brand geriet und Diesel auslief. Über das Holzdach breitete sich der Brand auf beide Gebäude aus. Das brennende Diesel lief in die Tiefgarage und setzte dort weitere Fahrzeuge in Brand.
Der Fahrer eines PKW, der gerade in die Tiefgarage einfahren wollte, wurde durch die Flammen so erschreckt, dass er das Fahrzeug in der Abfahrt gegen die Mauer fuhr und darin eingeklemmt wurde. Von den in den in den Gebäuden befindlichen Personen konnten sich einige nur noch auf das Dach retten und warteten hier auf ihre Befreiung.


Der LKW von dem alles ausging
 


Die Verrauchte Tiefgarage
 

Zugegeben wird dieses Szenario so in der Realität vermutlich nie zustand kommen. Allerdings müssen bei einer Hauptübung auch alle Fahrzeuge beschäftigt werden und es soll der Ausbildungstand und die Aufgaben der Wehr für die Bevölkerung sichtbar gemacht werden. Somit ist es sicherlich legitim, bei der Übungsausarbeitung auch etwas zu übertreiben.

Um 15:30 Uhr wurde über die Leitstelle Esslingen der Alarm ausgelöst. Kurze Zeit später kam als erstes Fahrzeug das HLF20/16 an der Einsatzstelle an. Nun musste der Gruppenführer entscheiden, welche Personen am akutesten gefährdet waren. Dies schien augenscheinlich die eingeklemmte Person im PKW zu sein.
Somit war also die erste Aufgabe vergeben. Die Kameraden aus dem HLF20/16 sicherten zuerst das auf der abschüssigen Einfahrt zur Tiefgarage stehende Auto gegen das wegrollen mit einem Greifzug ab. Danach musste mit der hydraulischen Schere und dem Spreizer ein Zugang zu der verletzten Person geschaffen werden. Der Fahrer konnte durch das aushebeln der Türe in Sicherheit gebracht werden.

Die auf der Rücksitzbank befindliche Person konnte nicht so einfach gerettet werden, da es sich um ein 2-türiges Fahrzeug handelte. Somit musste das komplette Dach abgenommen werden. Erst dann konnte die Person aus dem Fahrzeug befreit und an das DRK zur weiteren Versorgung übergeben werden.


Die eingeklemmte Person wird befreit
 


Der "Dieselbrand" wird mit Schaum gelöscht
 

Das LF16 unserer Wehr hatte die Aufgabe, die Personen auf dem Balkon zu betreuen. Diese waren nicht unmittelbar gefährdet, sodass auch gleichzeitig die Brandbekämpfung des LKW aufgenommen werden konnte. Denn eigentlich kommt bei einem Einsatz zuerst die Menschenrettung und erst danach die Brandbekämpfung.

Da es sich um einen Dieselbrand handelte, durfte zum Löschen nicht nur Wasser verwendet werden. Daher wurde der LKW-Brand mit einem Löschschaum durchgeführt. Zusätzlich wurde ein kleiner Schaumteppich gelegt, um das auslaufende und brennende Diesel zu löschen. Somit konnte keine weiterer brennender Kraftstoff in die die Tiefgarage mehr gelangen.

Da die Personen auf dem Balkon diesen nicht über die Treppe verlassen konnten, da darunter ja der LKW brannte, wurde die Drehleiter aus Filderstadt angefordert.

Diese hatte die Aufgabe, die Personen vom Balkon in Sicherheit zu bringen. Nachdem die Menschenrettung erfolgt war, konnte auch die Drehleiter mit dem am Rettungskorb befindlichen Wasserwerfer die Brandbekämpfung vornehmen.

 

Die Mannschaft des GWT hatte derweilen die Aufgabe, den Brand in der Tiefgarage zu löschen. Da beide Außenzugänge versperrt waren, musste die Brandbekämpfung durch das Gebäude und den Innenzugang erfolgen.

 


Die Personen vom Dach werden gerettet
 

 


Die Verletzten im Lager
 

Bei einem so großen Schadenereignis reichen allerdings unsere Kräfte auch nicht mehr aus. Somit wurden die Kameraden aus Filderstadt-Sielmingen mit ihrem LF16 angefordert. Diese hatten nun die Aufgabe, die Brandbekämpfung im 2. Gebäude in der Strohgäustrasse vorzunehmen und die im Erdgeschoß befindlichen Personen aus der Gefahrenzone zu bringen.

Zusätzlich mussten sie das gesamte Gebäude nach evtl. noch dort befindlichen Personen absuchen. Diese Gebäude steht zwar zum Großteil leer bzw. beherbergt ein Archiv einer großen Firma, aber es besteht ja die Möglichkeit, dass sich Personen in ihrer Angst dort irgendwo versteckt hatten. Daher muss, auch im Ernstfall, immer das gesamte Gebäude abgesucht werden, außer es kann mit Sicherheit gesagt werden, dass alle Personen das Gebäude verlassen haben. Dies ist in Firmen die Aufgabe der Führungspersonen.
Das LF8 hatte die Aufgabe,  das benachbarte Gebäude der Fa. Lang Werkzeugbau zu schützen. Hierzu wurde eine Wasserwand zwischen den Gebäuden aufgestellt. Diese hat den Vorteil, dass wenn sie einmal aufgestellt ist, eine Einsatzkräfte mehr gebunden werden, da sie selbstständig die Schutzaufgaben erfüllt. Außerdem musste die Brandbekämpfung der Gebäudes Strohgäustrasse über das Fahrzeug von Filderstadt-Sielmingen durchgeführt werden.

Vom DRK wurde am Parkplatz der Fa. Balluff ein Krankenzelt aufgebaut und davor ein Patienten- Übergabepunkt eingerichtet.

Nachdem gegen 17:30 alle "Brände" gelöscht und alle Verletzten versorgt waren, wurde die Übung beendet.

 


Das LF8 beim Löscheinsatz

 



Der Wasserwerfer der Drehleiter zeichnete ein tolles Bild in den
strahlend blauen Himmel

Bei da anschließenden Abschlussbesprechung im Rettungszentrum erläuterte Ralf Vollenkemper den anwesenden Vertretern der Fa. Vela, insbesondere Herrn Lang, den Damen und Herren des Gemeinderates und allen beteiligten nochmals die Besonderheiten dieser Übung. Kommandant Thomas Ernst zeigte sich zufrieden mit dem Ablauf der Übung und hob den hohen Ausbildungstand der Wehr hervor.

Anschließen gab es noch die traditionelle Schlachtplatte, mit der alle ihr Kräftedepot wieder auffrischen konnten. In gemütlicher Runde ließ man dann die Hauptübung ausklingen.

 


Das Krankenzelt des DRK



Die Verletzten werden versorgt


 

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