17.10.2004

           

Hauptübung am 16. Oktober 2004

bei Fa. Thyssenkrupp Aufzugswerke Neuhausen GmbH

 

 
Am Samstag den 16. Oktober 2004 fand unsere alljährliche Hauptübung auf dem Gelände der Fa. Thyssenkrupp Aufzugswerke statt.

Übungsannahme war, dass es in der vor 1 1/2 Jahren neu errichteten Pulverbeschichtungsanlage zu einer Verpuffung mit anschließendem Brand gekommen war.

Die Feuerwehr Neuhausen wurde über das Auslösen der Sprinkleranlage um 15:30 Uhr alarmiert. Durch den Druck der Verpuffung war es auch noch zu einem Brand einer Gasflasche gekommen, der nun auf das Gasflaschenlager überzugreifen drohte.

 


Hier zeigt sich die enge der Fahrwege
 


Die Mannschaft des TLF 16 beim kühlen des Gasflaschenlagers
 

Eine besondere Schwierigkeit bei unserem diesjährigen Objekt waren zum einen die recht langen Wege von den Fahrzeugen zur Einsatzstelle, denn das gesamte Areal der Fa. Thyssenkrupp Aufzugswerke erstreckt sich über insgesamt 48.000 qm. Zum anderen sind die Fahrwege für die Fahrzeuge recht eng. Hier war es wichtig, dass die Einsatzplanung vorausschauend war, denn es gab fast kaum Möglichkeiten, dass zwei Fahrzeuge aneinander vorbeikamen.

Nun aber zum Übungsablauf:

Nach der Alarmierung rückten alle unsere Fahrzeuge zum Übungsobjekt ab. Das LF16 hatte die Aufgabe, sich über einen Seiteneingang Zugang zum Halleninneren und zu der Pulverbeschichtungsanlage zu verschaffen. Dort war vor allem die Menschenrettung erste Aufgabe.

Zusammen mit der Mannschaft des LF8 wurden insgesamt 12 "Verletzte"  gerettet und dem DRK übergeben. Beim Innenangriff waren vor allem die langen Wege zur Brandstelle eine große Herausforderung, denn vom Seiteneingang bis zur Einsatzstelle waren es gut und gerne 200 Meter. Da die "Verletzten" zum Teil unter schweren, durch die Verpuffung umgefallenen, Regalen lagen, mussten zur Rettung noch Hebewerkzeuge an die Einsatzstelle gebracht werden.

Trotz der widrigen Umstände wurde aber der erste Verletzte bereits 15 Minuten nach Alarmierung (also inklusive der Anfahrtszeit) dem DRK übergeben. Der letzte der 12 "Verletzten" konnte nach insgesamt 44 Minuten an die Verletztensammelstelle, die vom DRK eingerichtet wurde, gebracht werden.


Der Innenangriff wurde mit schwerem Atemschutz vorgenommen
 


Der GWT mit der AL18 hatten die Aufgabe, Menschen vom Dach zu retten.
 

Die Mannschaft des TLF16 hatte die Aufgabe, den Gasflaschenbrand unter Kontrolle zu bringen und das Gasflaschenlager zu kühlen und zu sichern. Ebenfalls musste die angrenzende Schreinerei vor dem Übergreifen der Flammen geschützt werden. Hierzu wurde eine Wasserwand aufgebaut, die den Funkenflug abhalten soll.

Die Kameraden des GWT mit der AL18 mussten 2 Personen, die sich auf dem Dach des Gebäudes befanden über die die Leiter in Sicherheit bringen. Die weitere Aufgabe bestand darin, das Dach des Gebäudes zu beobachten und zu sichern, damit sich der Brand nicht unbemerkt über das Dach ausbreitet.
Da es sich um einen sehr großen Komplex handelte, wurden als Überlandhilfe das LF16 aus Filderstadt-Sielmingen und die Drehleiter aus Nürtingen angefordert. Diese hatten die Aufgabe, zusammen mit dem TLF16 aus Neuhausen, den Brand der Pulverbeschichtungsanlage unter Kontrolle zu bringen. Die Mannschaft aus Filderstadt-Sielmingen musste hierzu über eine Außentreppe ins Halleninnere vordringen. Die Kameraden aus Nürtingen sicherten von der Drehleiter aus das Dach.

Um ca. 16:30 Uhr konnte dann der Einsatzleiter Ralf Vollenkemper das Übungsende verkünden, und es konnte zusammengeräumt werden. Da bei dieser Übung sehr viel Schlauchmaterial verwendet wurde, hatten die Kameraden dann alle Hände voll zu tun um alles wieder einzupacken.


 


Die Drehleitermannschaft aus Nürtingen hatte die Aufgabe, das Dach zu sichern
 


Die Kameraden aus Filderstadt-Sielmingen
 

Nachdem dann im Rettungszentrum alle Fahrzeuge wieder bestückt und einsatzfertig gemacht waren, konnte Kommandant Gerhard Fuchs alle Beteiligten zur "Manöverkritik" begrüßen. Sein besonderer Gruß galt unserem Bürgermeister Ingo Hacker und den Damen und Herren des Gemeinderates, dem Kreisbrandmeister Bernhard  Dittrich, dem Bereitschaftsführer des DRK Michael Luick und nicht zuletzt dem Geschäftsführer der Fa. Thyssenkrupp Aufzugswerke Herrn Pitzer und den Leiter der Arbeitssicherheit H. Lutz. Gerhard Fuchs zeigte sich mit dem Ablauf der Übung sehr zufrieden. Der stellvertretenden Kommandant und Einsatzleiter der Übung Ralf Vollenkemper erläuterte dann den Übungsablauf und hob vor allem die gute Funkkommunikation und die hervorragende Zusammenarbeit mit dem DRK hervor. Der Bereitschaftsführer des DRK Michael Luick bedanket sich dann für die Einladung zu dieser Übung und hob hervor, dass diese bei 12 Verletzten und 7 Helfern des DRK auch für seine Truppe eine Herausforderung war.
Kreisbrandmeister Bernhard Dittrich zeigte sich ebenfalls zufrieden mit dem Ablauf der Übung, auch wenn noch ein paar Kleinigkeiten, wie beispielsweise das Öffnen der Rauchabzugsklappen nicht so ganz geklappt haben. Bürgermeister Ingo Hacker stellte dann noch heraus, dass die Fa. Thyssenkrupp Aufzugswerke der größte Industriebetrieb in der Gemeinde Neuhausen ist, und mit ca. 1000 Beschäftigen auch der größte Arbeitgeber.  Herr Pitzer bedanket sich im Anschluss ebenfalls dafür, dass wir diese Jahr die Fa. Thyssenkrupp Aufzugswerke als Übungsobjekt gewählt haben. Der Chefkoch der Kantine der Thyssenkrupp Aufzugswerke hatte sich ebenfalls ins Zeug gelegt und für uns eine deftige Mahlzeit in Form von Schweinehals, Kassler und Sauerkraut zubereitet. Nach dem Essen fand dann noch für die Gemeinderatsmitglieder die Vorführung von verschiedenen Wärmebildkameras statt, da diese speziell in einem so weitläufigen Komplex die Suche nach Personen erheblich vereinfacht.

Danach konnten dann alle diese Übung beim gemütlichen Beisammensein im Rettungszentrum ausklingen lassen.

 


Die "Verletzten" waren vom DRK sehr realistisch geschminkt worden. Es handelte sich hierbei um die Mitglieder unserer Jugendfeuerwehr.
 

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