20.10.2002

Hauptübung

am 19. Oktober 2002

 

Am Samstag den 19. Oktober 2002 um 15:30 Uhr stand unsere diesjährige Hauptübung auf dem Programm. Diesmal aber nicht wie seither auf irgend einem Firmengelände sondern mitten im Ort auf der Hauptdurchfahrtsstraße von Neuhausen.

Übungsannahme: Ein mit Gefahrgut beladener Tanklastzug kann wegen Bremsversagens nicht mehr an der Einmündung einer Seitenstrasse (Schloßstrasse) halten. Er prallt mit voller Geschwindigkeit in ein Wohn- und Geschäftshaus. Der Fahrer kommt mit einem Schock davon, Die Zugmaschine des LKW fängt Feuer. Das Feuer greift auf eine Dachgeschosswohnung über.


Ein LKW war in ein Wohn- und Geschäftshaus gerast und "brannte"
 


Bei den vielen (diesmal erwünschten!) Schaulustigen musste die Einsatzstelle abgesichert werden.

Ein PKW, der auf der Vorfahrtsstrasse fährt, prallt in den Anhänger der Tankzuges. Fahrer und Beifahrer des PKW sind eingeklemmt und schwer verletzt. Durch den Aufprall des PKW ist der Anhänger leckgeschlagen und Flüssigkeit läuft aus.

Übungsablauf:

Das LF16 ist als erstes am Einsatzort und erkundet die Lage (feststellen welche Ladung). Danach werden die eingeklemmten Personen aus dem PKW gerettet.

Das TLF 16, das eine Minute später eintrifft, übernimmt die Versorgung des nicht verletzten LKW-Fahrers und bekämpft den LKW-Brand mit Schaum. Von dieser Mannschaft wird auch eine sogenannte "Riegelstellung" innerhalb des Geschäftes aufgebaut.

Ziel dieser Riegelstellung ist es, das ausbreiten des Brandes innerhalb des Gebäudes zu verhindern. Außerdem muss noch  der Brandschutz für den Anhänger gewährleistet werden.

GWT und LF8 treffen ca. eine weitere Minute später ein. Die Mannschaft des GWT sperrt die Unfallstelle ab, dichtet das Leck am Anhänger und fängt die aus dem Anhänger ausgetretene Flüssigkeit auf. Das LF8 hat die Aufgabe, am ca. 50m entfernten Bach eine Saugstelle einzurichten und das TLF16 mit Wasser zu versorgen. Außerdem sollen die Kanaleinläufe unterhalb der Unfallstelle abgedichtet werden, damit die Gefahrstoffe nicht in die Kanalisation gelangen.


Die Bewohner des "brennenden" Hauses werden über die Drehleiter in Sicherheit gebracht
 


Der Fahrer des PKW, der in den Anhänger gerast war, wir aus dem Fahrzeug gerettet...
 

Da im Dachgeschoss noch Personen eingeschlossen sind, wird die DL30 aus Filderstadt-Bonlanden angefordert. Gleichzeitig wird auf Grund der Vielzahl von Aufgaben das LF8 aus Filderstadt-Sielmingen angefordert. Die Mannschaften dieser beiden Fahrzeuge haben die Aufgabe, Personen aus dem Dachgeschoss zu retten und den Brand unter dem Dach zu bekämpfen.

Das DRK Neuhausen wird ebenfalls alarmiert und muss sich um die Verletzten kümmern. Auf dem Schloßplatz wird eine Sammelstelle für die Verletzten und ein Verbandsplatz eingerichtet.

 

Nachdem die Aufgaben alle abgearbeitet wurden, trafen sich anschließend alle Beteiligten im Rettungszentrum zur Nachbesprechung. Kreisbrandmeister Bernhard Dittrich, der die "Manöverkritik" hielt, hatte fast nur lobende Worte parat. Er war der Meinung, dass die Übung als gelungen zu bezeichnen ist. Kommandant Gerhard Fuchs meinte in seiner Rede, dass diese Übung mitten im Ortszentrum nicht als "außergewöhnliche Schau" inszeniert wurde, sondern zum einen um den Bürgern in unserer Gemeinde den Ausbildungsstand und die Leistungsfähigkeit ihrer Wehr aufzuzeigen, zum andern aber auch, um das Interesse an der Feuerwehr bei den Jugendlichen in unserer Gemeinde zu wecken. Dies vor allem vor dem Hintergrund der bevorstehenden Gründung einer Jugendfeuerwehr in Neuhausen.


... und anschließend vom DRK versorgt.
 


Der "verletzte" Fahrer wird abtransportiert
 

Den genauen Wortlaut der Rede können Sie hier nachlesen.

Diese Hauptübung war insgesamt ein Novum in der Geschichte der Neuhäuser Wehr. Denn diese kann ohne Zweifel als "internationale" Übung bezeichnet werden. Unter den Zuschauern befanden sich neben Kameraden aus Mellau in Österreich (diese waren zu Besuch in Filderstadt-Sielmingen), auch der Kommandant der Berufsfeuerwehr Istanbul. Dieser ist Herr über 2.500 Berufsfeuerwehrmänner und unter anderem auch über 54 Drehleitern. Der Kommandant und noch weitere 4 Begleiter waren bei einem großen Feuerwehr-Fahrzeughersteller in Stuttgart und hatten dort von unserer Hauptübung erfahren, die sie sich spontan ansehen wollten.

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